Sehen und Suchen

Whykiki – Ein Reisebericht [R: Zoé Philine Ledvey & Simon Vorgrimmler, 20 Minuten, Hildesheim 2018]

Freunde verabreden sich in einem Minivan vor der Hausnummer acht. Fahrräder werden angeschlossen, nach und nach trudeln alle ein. Wir warten auf die Abfahrt. Von Schweden soll es über Landweg wieder nach Deutschland gehen, denn mit der Fähre wäre man ungünstiger Weise auf Rügen. Der Film Whykiki stellt schelmisch grundsätzlich das in Frage was wir unter Reisen verstehen.

 

 

I AM A MONUMENT [R: Marf Mabo, 14 Minuten, Hamburg 2018]

Pyramiden sind vielleicht nur die aus der Oberfläche ragende Spitzen eines viel größeren Ganzen. Sichtbar ist nur ein kleiner Teil, unsichtbar ist alles andere – ein ‘Mehr’ das mühsam ausgegraben werden müsste. Im Film gibt es jemanden der gräbt. Immer weiter und immer tiefer. Ohne Erfolg. Der Film selbst gräbt nicht: Weder findet er verstecktes Wissen, noch prahlt er mit seinen Entdeckungen. Stattdessen trifft abstrakte Bildgewalt auf intime 16mm-Aufnahmen, trifft der Lehrfilm für Geometrie auf die natürliche Asymmetrie der Landschaft. Der Film braucht keine Schaufel, hier kommt das Verborgene auch ganz allein an die Oberfläche.

 

Everything you Saw [R: Samuel Bereuther, 7 Minuten, Hildesheim 2018]

Alles was wir sehen sind Menschen in einem Park, die genau wie wir so einiges nicht sehen. Alles was wir sehen ist, wie unser Blick nur einen Bruchteil wahrnehmen kann. Alles was wir sehen ist ein kleines Fenster, das sich hin und her bewegt. Das sich immer weiter in das Schwarz des Bildrandes einfräst, und dabei immer wieder neues freilegt als auch verdeckt. Alles was wir in diesem Film sehen ist das Kino selbst.

Event Timeslots (1)

Donnerstag
-
Whykiki – Ein Reisebericht / I AM A MONUMENT / Everything you Saw
Ort: Pferdestall 001 + NACHGESPRÄCH